Kalkablagerungen – so gut wie jeder Haushalt kennt sie in den verschiedensten Geräten und Sanitäreinrichtungen. Auch der Begriff „hartes Wasser“ oder „weiches Wasser“ ist den meisten Menschen gebräuchlich. Aber was sich eigentlich konkret hinter Verkalkungen verbirgt, welche Folgen das haben kann und wo es besonders starke Verkalkungen gibt, wissen nur die wenigsten. Grund genug für uns, das Thema etwas genauer zu beleuchten, schließlich fällt auch das Entkalken ins Arbeits-Portfolio eines Heimwerkers.

Der Wasserkreislauf

In jeder Region informiert das Wasserwerk über die Eigenschaften des Trinkwassers aus der Leitung. Dabei geht es um die Inhaltsstoffe, die im Wasser gelöst sind. Das Wasser ist in einem andauernden Kreislauf: es regnet, das Wasser versickert, sammelt sich und tritt über Quellen wieder aus dem Boden aus. Von der Quelle über den Bach erreicht das Wasser die Größe von Flüssen und letztendlich von großen Strömen, bevor es ins Meer mündet. Hier verdunstet das Wasser und der Kreislauf beginnt von Neuem, wenn dieses verdunste Wasser als Regen fällt.

Besonders auf kalk- und gipshaltigen Böden hartes Wasser

Wenn das Wasser verdunstet, dann bleiben die im Wasser gelösten Stoffe zurück (Ausnahme können Säuren bilden, wie wir sie vom sogenannten sauren Regen kennen). Das Wasser ist jetzt weich. Wenn es wieder abregnet, spielt die Region eine große Rolle. In Gebieten mit großen Gips- oder Kalkvorkommen werden dessen Bestandteile gelöst und vom Wasser transportiert. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Kalzium und Magnesium. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch Kohlensäure. Je mehr Kohlensäure im Wasser gebunden ist, desto mehr Kalk kann Wasser aufnehmen.

Das Zusammenspiel von Kalzium und Kohlensäure

Befinden sich Kohlensäure und Kalk im Gleichgewicht, wird weder zusätzlich Kalk aufgenommen noch abgegeben. Allerdings ist der Anteil von Kohlensäure von der Temperatur des Wassers abhängig. Ähnlich wie Luft, die umso weniger Wasser aufnehmen kann, wenn sie warm wird. In der Folge löst sich der Kalk bei steigenden Temperaturen aus dem Wasser, weil es nicht übersättigen kann, aber der Anteil an Kohlensäure abnimmt. Das wiederum ist besonders bei solchen Geräten fatal, die das Leitungswasser erhitzen:

– Kaffeemaschinen und Kaffeeautomaten
– Heißwasserboiler
– Waschmaschinen
– Bügeleisen
– Wasserkocher
– Kapsel- und Pad-Maschinen
– Geschirrspüler

In vielen Haushaltsgeräten muss Wasser erhitzt werden

In Kaffeemaschinen, Waschmaschinen, Geschirrspülern, Boilern usw. sind in der Regel Heizstäbe, die im Wasser sind. Da an den Heizstäben besonders viel Hitze entsteht, entzieht es explizit hier dem Wasser besonders viel Kohlensäure. Damit bilden sich bei hartem Wasser schon binnen kürzester Zeit Kalkablagerungen.

20 Prozent mehr Energie bei einer 3-mm-Kalkschicht

Eine nur 3 mm starke Kalkschicht kann dann aber schon einen Mehrbedarf von rund 20 Prozent an Energie (Strom) bedeuten. Bei manchen Waschmaschinen steigt der Energiebedarf sogar noch drastischer aus. Das regelmäßige Entkalken von Kaffeemaschine, Waschmaschine, Bügeleisen, Boiler, Geschirrspüler usw. spart unterm Strich einen nicht zu unterschätzenden Betrag an Stromkosten.

Weitere typische Verkalkungen in Haus und Wohnung

Darüber hinaus ist der Kalk aber auch in anderen Bereichen im Haus allgegenwärtig:

– Abflussrohre
– Wasserleitungen
– in und an Armaturen (Küche, Bad, WC)
– Sanitärporzellan (Waschbecken, Spül- und Waschbecken, Badewannen, Toilettenkeramik und WC-Spülkästen, Duschwannen)

Verkalkungen im WC

In Toilettenspülkästen führen Verkalkungen dazu, dass beispielsweise das Abflussventil nicht mehr schließt und das Wasser permanent rinnt. Aber auch das Einlaufventil kann betroffen sein. Dann stoppt der Wasserzufluss nicht mehr vollständig und das Wasser läuft über den Überlauf unkontrolliert ab.

Hartes Wasser fördert Urinstein

Noch dramatischer kann die Auswirkung von Kalk in der Toilettenschüssel, dem Abfluss und sogar besonders stark in einem Urinal werden. Kalk reagiert nämlich auf Urin und bildet dabei Urinstein. Kalk und Urinstein können dann langsam, aber sicher den Abfluss verschließen.

Kalkablagerungen an Wand und Boden

Daneben ist der Kalk aber auch noch auf bestimmten Fußboden- und Wandbelägen wie Fliesen ein echtes Ärgernis.

Entkalker und bewährte Hausmittel zum Entkalken

Natürlich bietet der Fachhandel zahlreiche Produkte, mit denen Sie entkalken können. Doch diese oftmals doch relativ teuren Reinigungsmittel enthalten zumeist Stoffe, die Sie auch so zu wesentlich günstigeren Preisen erstehen können. Daher haben wir auch eine Kategorie „Hausmittel zum Entkalken“ für Sie erstellt. Darunter fallen zahlreiche Säuren:

– Zitronensäure
– Essigsäure und Essigessenz
– teilweise (je nach Anwendung) Salzsäure
– weitere Säuren

Das Verkalken schon von vorneherein vermeiden

Daneben befassen wir uns aber nicht nur damit, wie Sie Ihre Geräte und Sanitäreinrichtungen entkalken können. Ebenso zeigen wir Ihnen auch Alternativen und Lösungen auf, dass es erst gar nicht mehr zu dieser massiven Kalkbildung kommen kann.