Oft gefallen Fliesen nicht mehr, sind abgewohnt oder weisen Beschädigungen und Risse auf. Das Entfernen und neu Verlegen ist dann sehr aufwendig. Zudem besteht immer das Problem, dass selbst moderne Fliesen schnell nicht mehr im Trend liegen und der geflieste Raum dann veraltet wirkt. Eine echte Alternative dazu, ein zeitloses Raumdesign umzusetzen, ist das Verputzen von alten Fliesen. Hier gibt es eine Anleitung zum Verputzen von Fliesen.

A) Vorteile von verputzten Wänden gegenüber Fliesen

Das Fliesen verputzen ist eine echte Alternative zur Raumumgestaltung. Auch in Badezimmern, Toiletten oder Küchen ist Putz durchaus ein zeitloser Baustoff für die Wandverkleidung. Fliesen dagegen wirken schon nach wenigen Jahren überholt und unmodern. Denn verputzte Wände bieten zahlreiche andere Vorteile:

– als Sichtputz kann Strukturputz verwendet werden
– verputzte Oberflächen können in allem nur erdenklichen Farben gestrichen werden
– verputzte Wände können schnell und einfach tapeziert werden
– zum Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit in Nassräumen kann der Putz versiegelt oder gewachst werden

Verputzte Wände widerstandsfähig und zeitlos

Das Verputzen von alten Fliesen bringt also zahlreiche Vorteile mit sich. Dazu kommt, dass eine professionell verputzte Wand über viele Jahrzehnte nicht mehr saniert werden muss. Zu all den Vorteilen, aber auch zu den Besonderheiten beim Durchführen dieser Arbeiten stellen wir Ihnen auch einen Ratgeber zur Verfügung: Ratgeber zum Verputzen von Fliesen.

Erklärungen zur Anleitung sowie zur Werkzeug- und Materialliste

Hier erhalten Sie im Anschluss eine detaillierte Anleitung zum Verputzen von Fliesenflächen. Nach der Anleitung erhalten Sie zudem eine Material- und Werkzeugliste. Zum leichteren Verständnis, welch eine breite Auswahl an Baustoffen und Werkzeugen zur Verfügung steht, verlinken wir auch immer wieder zu entsprechenden Beispielseiten. Wenn wir Ihnen so nur geholfen haben, eigene neue Ideen zu entwickeln, hat sich das schon gelohnt.

B) Anleitung zum Verputzen von Fliesen

Alte Fliesen vorbereiten

Das Silikon aus den Dehnungsfugen müssen Sie vollständig entfernen. Damit die Festigkeit des Putzes entlang der Kanten dennoch gewährleistet werden kann, können Sie hier später Armierungsnetze in den Putz einarbeiten.

Alte, beschädigte Fliesen sollten Sie vollständig herausschlagen. Die so entstandenen Lücken werden mit Fliesenkleber aufgefüllt.

Allgemein, aber besonders bei glasierten Fliesen, ist es von Vorteil, wenn Sie die Fliesenoberfläche aufrauen. Dazu können Sie einen Schwingschleifer, aber auch einen Winkelschleifer verwenden.

Abschließend werden die Fliesen dann von Fett, Silikon- und anderen Rückständen gereinigt.

Alte Fliesenfläche grundieren

Nun müssen Sie die Fliesen mit einem hochwertigen Haftgrund streichen. Fliesen sind generell nicht oder nur sehr schwach saugend. Entsprechend kann sich der Putz später nur schlecht mit der Fliesenoberfläche verbinden. Durch die Verwendung eines guten Haftgrundes bleibt der Putz oder Fliesenkleber besser und langfristig anhaften.

Alte Fliesen verputzen oder mit Fliesenkleber verspachteln

Nun können Sie einen entsprechenden Putz aufziehen oder die Fläche auch mit Fliesenkleber spachteln. Auf den Fliesenkleber greifen Sie dann zurück, wenn Sie abschließend noch einen dünnlagigen Dekorputz auftragen möchten. Sie können in den Putz bzw. Fliesenkleber – wie bereits zuvor erwähnt – auch Armierungsnetze einarbeiten. An außenstehenden Kanten sollte zudem ein Kantenschutz installiert werden. Mit einem Reinbrett glätten Sie nun die verputze Oberfläche.

Verputzte Fliesen grundieren und mit Dekorputz verputzen

Nachdem der Putz bzw. der Fliesenkleber ausgehärtet ist, wird der Untergrund mit einer Putzgrundierung gestrichen. Ist die Grundierung getrocknet, kann der Dekorputz aufgetragen werden. Sie können hier selbst Strukturen einarbeiten oder die Oberfläche auch völlig glatt spachteln. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Weitere Bearbeitung der verputzten Fliesen

Nun stehen Ihnen zahlreiche Optionen offen, wie Sie die verputzten Fliesen weiter bearbeiten können. So können Sie die Oberfläche glatt schleifen und lackieren, einfach nur streichen, aber auch tapezieren.

C) Werkzeug und Materialliste zum Verputzen von Fliesen

Werkzeugliste:

– Bohrmaschine mit Rührer
– Mörteleimer
– Mauerkelle und Traufel
– Abziehtraufel
– Reibebrett für Putz
– Pinsel oder Roller für Grundierungen
– Abziehleiste, lang (kann auch eine Metallschiene sein)

Materialliste:

– Fliesenkleber
– mineralischer Putz
Struktur- und Dekorputz
Ceresit Haftgrund extrem für nicht saugenden, schwach saugenden Untergrund (wie Fliesen)
– Grundierung für Basisputz
– Putzkantenschutz
– Armierungsnetze zum Einputzen

Putz in Nassräumen

In Badezimmern, WCs und anderen Feuchträumen sollten Sie darauf achten, Putze zu verwenden, die für Nassräume geeignet sind. Ergänzend können Sie die frisch verputzten Fliesen auch mit entsprechenden Mitteln versiegeln oder imprägnieren. Außerdem sollten Sie keine Putze oder Spachtelmassen auf Gipsbasis verwenden, da Gips Wasser zieht.