Nach einer langen Zeit des Nichtbeachtens erfahren Zementfliesen eine enorme Beliebtheit anstelle der üblichen Keramikfliesen oder von Feinsteinzeug. Allerdings handelt es sich um ein sehr spezielles Produkt. Das Verlegen der Zementfliesen entscheidet maßgeblich, wie der Belag später wirkt. Zementfliesen verlegen erfordert Erfahrung und Wissen.

Das Verlegen von Zementfliesen erfordert Fachwissen und Erfahrung

Anmerkung: in diesem Beitrag gehen wir auf die Besonderheiten beim Verlegen von Zementfliesen ein. Eine ausführliche Anleitung zum Verlegen von Zementfliesen bieten wir hier selbstverständlich ebenfalls an.

 

 

Dennoch sollte bedacht werden, dass das Verlegen von Zementfliesen umfassendes Fachwissen und optimaler Weise auch entsprechende Expertise voraussetzt. Daher ist eventuell anzuraten. Die Zementfliesen von einem Fachbetrieb verlegen lassen – und selbst hier ist große Sorgfalt bei der Auswahl eines geeigneten Auftragnehmers zu empfehlen.

Vor dem Fliesenverlegen

Zementfliesen werden bei der Herstellung getrocknet und nicht gebrannt. Daher besitzen sie immer noch eine gewisse Restfeuchtigkeit. Diese hängt vom Hersteller, der Lagerzeit als auch den Umständen beim Lagern ab. Daher sollten Zementfliesen ähnlich wie Bodenbeläge auf der Basis von Holz bis zu einer Woche in den zu verlegenden Räumlichkeiten locker gelagert werden, sodass sie weiter trocknen können. Dabei können die Fliesenpackungen gleich gut gemischt werden. Bereits beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Fliesen möglichst aus derselben Charge stammen.

Die Fugenmaße beim Legen von Zementfliesen

Schon in der Herstellung unterscheiden sich Zementfliesen deutlich von anderen keramischen Fliesen. Das bringt aber den Vorteil einer hohen Maßgenauigkeit mit sich. Außerdem werden die Zementfliesen innerhalb ihrer Herstellungs-Chargen oftmals kalibriert angeboten. Dann können wirklich sehr schmale Fugenspalten angewandt werden. Teilweise ist sogar die Rede davon, dass Zementfliesen auf knirsch verarbeitet werden können.

Grundsätzlich ist das zutreffend, entsprecht aber nicht dem DIN-Regelwerk. Falls doch auf knirsch verlegt werden soll, müssen die Voraussetzungen unbedingt abgewägt werden. Bei zu erwartenden nennenswerten Temperaturunterschieden kann selbst die generell geringe thermische Ausdehnung von Zementfliesen zum Verhängnis werden.

Als Beispiel sei eine Fußbodenheizung genannt; oder Räumlichkeiten, bei denen zum Beispiel im Winter abrupt mit Kälte zu rechnen ist (Eingangsbereich). Stattdessen sollte eine Fugenbreite von 0,5 bis 1,5 mm angestrebt werden. 0,5 mm bei kalibrierten Zementfliesen, bis 1,5 mm bei allen anderen Zementfliesen und abhängig von deren Herstellungsqualität.

Der Untergrund, auf dem verlegt werden soll

Der Untergrund muss ebenfalls optimale Voraussetzungen erfüllen. Bei einem neuen herkömmlichen Estrich (Anhydrit-Estrich) ist sicherzustellen, dass dieser lange genug trocknen konnte. Zu viel Nässe (auch beim Verlegen der Fliesen) kann den Zementfliesen schaden. Diese können regelrecht aufquellen. Schlimmstenfalls kann sich die Dekoroberfläche sogar lösen. Je nach Untergrund ist auch eine entsprechende Grundierung vorzunehmen.

Der passende Fliesenkleber für Zementfliesen

Dem Fliesenkleber ist ebenfalls größere Beachtung zu widmen. Wie so oft, ist dringend von Billigprodukten abzuraten. Stattdessen sollte ein geeigneter und hochwertiger Fliesenkleber für Natursteinfliesen und Natursteinplatten ausgewählt werden. Durch ein zugegeben etwas teureres Markenprodukt kann auch hier jedes Risiko beim Verlegen durch minderwertige Kleberqualität minimiert werden.

Aufgetragen wird der Kleber für die Zementfliesen im mitteldicken Bett. Das sollte gegebenenfalls bereits bei den Vorplanungen berücksichtigt werden, damit die Aufbauhöhe möglich ist. Der Fliesenkleber für die Zementfliesen wird mit einer Zahntraufel (10er Zahnung ist zu empfehlen) aufgetragen. Dann sind die Stege hoch genug. Außerdem sollte das Buttering-Floating-Verfahren angewandt werden. Dabei wird der Fliesenkleber zunächst auf dem Untergrund in Stegen aufgetragen. Dann auch auf der Unterseite der Fliesen. Aber so, dass die Stege beim Verlegen quer zu denen am Boden stehen.

Das eigentliche Verlegen der Zementfliesen

Jetzt werden die Zementfliesen sachte in kreisenden Bewegungen in das Kleberbett gedrückt und dabei exakt auf Höhe mit den bereits verlegten Fliesen gebracht. Auch müssen die Zementplatten im Wasser sein. Das dauernde Überprüfen ist Pflicht.

Während bei herkömmlichen Fliesen ein entsprechender Gummihammer verwendet werden kann, sollten die Zementfliesen gefühlvoll und vorsichtig mit dem Handballen geklopft und angepasst werden. Zementfliesen können andernfalls sehr schnell Haarrisse erleiden, die so gar nicht wahrnehmbar sind. Dann kann aber Nässe eindringen, was für Zementfliesen sehr schlecht ist.

Zementfliesen zwingend verfugen

Sind die Fliesen verlegt und so weit begehbar, steht noch das Verfugen an. Bei Zementfliesen wird dazu ein eigens angemischter Fugenmörtel auf Basis von Trasszement verwendet. Die Fugenmasse auf Basis von Trasszement dichtet die Fugen nämlich optimal gegen eindringendes Wasser ab. Denn wie bereits erwähnt, sollten die Fliesen möglichst kein Wasser aufnehmen können. Mehr zum Verfugen von Zementfliesen gibt es dann hier.

Tipps, Tricks & Besonderheiten

Wie zuvor erwähnt, ist die Wahl des richtigen Fliesenkleber für die Zementfliesen ein wirklich wichtiger Effekt. Hier gibt es Produktbeispiele für geeignete Fliesenkleber bzw. Natursteinmörtel für das Mittelbett. Bei zu erwartenden höheren Temperaturen (Fußbodenheizung) sollte ein Reaktionsharzkleber wie PCI Collastic zum Einsatz kommen. Diese sollten aber dennoch überprüft werden, wie sie sich in Kombination mit den ausgewählten Zementfliesen verhalten.

Es ist sogar empfehlenswert, sich direkt an den Hersteller der Zementfliesen zu wenden und dessen Empfehlungen zu folgen. Es geht dabei keineswegs darum, dass der Hersteller mehr Geld verdienen soll. Hier geht es tatsächlich darum, welche Fliesenkleber besonders effizient sind bei den verschiedenen Zementfliesen. Für den Fugenmörtel aus Trasszement wird übrigens noch Quarzsand benötigt.