Grundsätzlich ist das Verlegen von Fliesen nicht schwer. Jedoch sind die Voraussetzungen genauso individuell wie die Fliesenmuster. In dieser Anleitung beschreiben wir das Verlegen von Fliesen unter optimalen Voraussetzungen, also entweder auf einem Estrichboden oder einer verputzten Wand. Zunächst erhalten Sie vor der eigentlichen Anleitung zum Verlegen von Fliesen grundsätzliche Tipps und Infos, dann folgt die Anleitung und abschließend noch eine Werkzeug- und Materialliste. Dazu ist die Anleitung dreigeteilt.

A) Voraussetzungen zum Fliesenverlegen

Untergrund für Bodenfliesen

Für das Verlegen von Bodenfliesen sind optimale Bedingungen gegeben, wenn auf einen herkömmlichen Estrichboden gefliest werden soll. Früher wurde bei einem unebenen Untergrund ein Dickbett aus Mörtel oder Fliesenkleber aufgebracht, in welches die Fliesen verlegt wurden.

Diese Technik ist allerdings längst kein Baustandard mehr. Stattdessen werden Bodenfliesen auch bei Bodenunebenheiten in ein Dünnbett verlegt. Allerdings müssen die Unebenheiten dann mit Fliesestrich oder Nivelliermasse ausgeglichen werden. Dieser Estrich zerfließt und gleich so unebene Stellen alleine aus.

Beschaffenheit vom Estrich beachten

Dafür müssen Sie für das Dünnbettverfahren den Untergrund besser vorbereiten. Waren bereits Fliesen verlegt und wurden herausgerissen, sind meist noch Kleberrückstände am Boden. Aber auch von zuvor verlegten Teppichen und anderen Materialien finden sich oft Rückstände. Diese müssen allesamt entfernt werden.

Neuer Estrich (Neubau oder Sanierung)

Bei einem Neubau oder nach einer Bodensanierung mit einem neuen Estrichboden müssen Sie besonders darauf achten, dass der Estrich keine Restfeuchte mehr enthält. Zumindest der Großteil muss abgebunden haben. Denn als Betonboden dauert das Aushärten von Estrich viele Jahre, ja, sogar Jahrzehnte.

Nach dem Einbringen des Estrichs müssen ohnehin die DIN-Normen zum Aushärten erfüllt werden, also 28 Tage. Danach muss der Estrich aber noch weiter reifen. Es empfiehlt sich durchaus, ein gutes Feuchtemessgerät zu benutzen. Denn abhängig von Temperaturen und Wetter kann sich das Trocknen bzw. Reifen des Estrichs über viele Wochen hinziehen.

Untergrund für Wandfliesen

Bei der Wand sieht es im Grunde genommen ähnlich aus. Hier müssen Sie aber Putz oder Mörtel verwenden, um Schadstellen und Unregelmäßigkeiten auszubessern. Jedoch sind Putze auch unterschiedlich saugfähig. Damit der Putz später dem Kleber nicht zuviel Feuchtigkeit entzieht, ist ein Anfeuchten empfehlenswert. Bei stark saugendem Putz muss ein entsprechender Sperrgrund aufgetragen werden.

Eine Liste mit Materialien zum Vorbereiten des jeweiligen Untergrunds (Boden oder Wand) finden Sie am Ende der Anleitung zusammen mit der Werkzeug- und Baustoffliste zum Fliesen verlegen.

Das „Wie“ Verlegen

Ist der Untergrund gut vorbereitet, kann das Fliesen verlegen auch schon beginnen. Zunächst müssen Sie jedoch den Raum ausmessen. Wollen Sie ein symmetrisches Verlegebild, müssen Sie wahrscheinlich Fliesen zunächst schneiden. Aber natürlich können Sie Fliesen auch diagonal verlegen.

Bei Wandfliesen stehen zudem das wandhohe und teilhohe sowie das Verlegen eines Fliesenspiegels (Streifen) zur Auswahl. Bei teilhoher Verlegung müssen Sie noch einmal zwischen einem exakten Abschlussmaß und der letzten Fliesenreihe als relative Höhe unterscheiden. Zu all diesen Besonderheiten finden Sie natürlich Ratgeber und Anleitungen im Blog.

B) Anleitung zum Fliesen verlegen

Das Verlegen der Fliesen

Fliesenkleber anrühren

Nun ist das Verlegen der Fliesen nicht mehr schwer. Sie rühren den Fliesenkleber an. Beachten Sie eventuell vom Hersteller vorgeschriebene Reifezeiten (besonders bei Klebern für Natursteinplatten und Fliesen).

Verteilen des Klebers

Dann verteilen Sie mit einer Zahntraufel so viel Kleber, dass Sie einige Fliesen zügig hintereinander verlegen können. Dabei bilden Sie im Kleber mit den Zähnen der Traufel Stege. Je nach Größe der Fliesen sollten die Stege mit einer 5er oder 10er Zahntraufel gemacht werden.

Fliesen verlegen

Nun werden die Fliesen in kreisenden Bewegungen in den Kleber gedrückt. Gegebenenfalls müssen Sie mit einem Gummihammer etwas ausgleichen. An den Wänden wird die Dehnungsfuge mit Abstandskeilen eingehalten, während das Fugenmaß mit Fliesenkreuzen gewährleistet wird.

Vorgehensweise beim Verlegen

Verlegen Sie zunächst immer nur ganze Fliesen. Die, die geschnitten werden müssen, werden zuletzt verlegt. Bereits wenige Stunden nach dem Verlegen sollte die Fliesenfläche vorsichtig begehbar sein, sodass Sie nun die Fliesen verfugen können. Dazu schlämmen Sie die Fugenmasse am besten mit einem Gummiwischer in die Fugen.

Fliesen verfugen

Wenn der Fugenmörtel erdfeucht ist (nicht mehr glänzend, sondern matt), kann die überschüssige Fugenmasse mit einem Schwammbrett ausgewaschen werden. Den Zementschleier sollten Sie sofort möglichst vollständig entfernen.

Zementschleier entfernen

Denn Reinigungsmittel zum Zementschleier entfernen wirken, indem Sie den Zement zerstören. Folglich zerstören sie auch den Zement in der Fuge. Die Dehnfuge am Wandabschluss bzw. Wandanschluss wird mit Silikonfugenmasse ausgefugt.

Besonderheiten beim Fliesenverlegen

Beachten Sie darüber hinaus die Besonderheiten zu Ihren Fliesen. Bei Natursteinfliesen und Platten muss meist ein spezieller und weißer Kleber verwendet werden. Bei Feinsteinzeug wird Flexkleber verwendet, wobei sich flexibler Fliesenkleber immer als der hochwertigere Kleber lohnt.

Feinsteinzeug – sehr fest und dennoch empfindlich

Zudem müssen Sie bei den Feinsteinzeugfliesen darauf achten, ob diese poliert oder/und imprägniert sind. Gegebenenfalls müssen Sie diese also noch versiegeln bzw. imprägnieren. Bedenken Sie, dass Sie speziell dafür vorgesehene Produkte verwenden müssen, da Feinsteinzeug diesbezüglich sehr empfindlich mit starken optischen Beeinträchtigungen reagiert.

C) Werkzeug- und Materiallisten

Werkzeugliste

– kleine Wasserwaage
– Mörteleimer
– Bohrmaschine mit Rührquirl
– gegebenenfalls Bohrer für Steinfeinzeug oder Glas
Fliesenschneider (besondere Fliesenschneider bei Glas-, Naturstein- oder Feinsteinzeugfliesen)
– verschiedene Zahntraufeln
– Richtschnur
– Gummihammer
– Wasserschiebeleiste oder Wasserschieber (mit Gummileiste) zum Verfugen
– Schwamm oder Schwammbrett zum Fugen ausschwämmen
– Kartuschenspritze
– Knieschoner
– Gummihandschuhe, lang

Materialliste

– Fliesen
– Fliesenkleber (vorzugsweise Flexkleber, allerdings immer das Fliesenmaterial beachten)
Fugenmasse
– eventuell Haft- oder Sperrgrund
– Fugensilikon (spezielles Sanitärsilikon für Badezimmer und andere Feuchträume)
– Reiniger zum Entfernen des Zementschleiers

Materialliste zum Vorbereiten des Untergrunds

– Nivellier- oder Ausgleichsestrich bzw. Fließestrich (Boden)
– Reparatur- oder Saniermörtel für die Wand

Hinweis:

Für jeden schwierigen Untergrund (Holz, Trockenbauplatten, Fliesen auf Fliesen usw.) bieten wir ebenfalls ausführliche Anleitungen. Natürlich stellen wir neben der Anleitung zum Fliesenverlegen auch Anleitungen zum Verfugen und zum konkreten Vorbereiten unterschiedlicher Untergründe bereit.