Fliesen sind vor allem deshalb so beliebt, weil sie langlebig und widerstandsfähig sind. Das bedeutet aber auch, dass Fliesen im Lauf der Jahre tatsächlich massiven Beanspruchungen ausgesetzt sind, aber die Pflege und Wartung der Wand- und Bodenbeläge oftmals vernachlässigt wird. Irgendwann fällt dann auf, dass der einstige Glanz der Fliesen verschwunden ist. Vielen Menschen stellt sich dann die Frage, wie sie ihre alten Fliesen aufbereiten können. Wir geben Ihnen in diesem Artikel einige unschlagbare Tipps, Ihre alten Fliesen aufzubereiten.

Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf, alte Fliesen aufzubereiten

Teilweise gibt es Altbauten, in denen Sie Fliesen finden können, die 100 Jahre und älter sind. Es ist normal, dass sich solche Fliesen mit zunehmendem Alter optisch abarbeiten. Das Aufbereiten dieser alten Fliesen stellt die Bewohner oft vor Probleme. Aber auch jüngere Fliesenbeläge bedürfen je nach Beanspruchung von Zeit zu Zeit einer Aufbereitung. Zunächst einmal müssen Sie nach dem Material unterscheiden, aus dem Ihre Fliesen hergestellt wurden.

  • keramische Fliesen
  • Natursteinfliesen
  • Zementfliesen
  • Glasfliesen

Unterteilung von Fliesen nach deren Herstellungsmaterialien

Zu den keramischen Fliesen gehören die nachfolgenden Produkte: Fliesen aus Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug. Unter Natursteinfliesen (und Platten) sind sämtliche Produkte zusammengefasst, die aus natürlichem Stein bestehen, also zum Beispiel Schiefer, Granit, Marmor, Kalksandstein usw. Zementfliesen sind vornehmlich sehr alte Fliesen, während Glasfliesen neuerdings als herkömmliche Fliesen (in normalen Größen) in Mode kommen, aber auch seit langer Zeit als Glassteinmosaik bekannt sind.

Natursteinfliesen sind oft empfindlich gegen viele ansonsten verwendete Reinigungsmittel

Die Unterscheidung zwischen allen Fliesen und Natursteinfliesen ist extrem wichtig. Denn viele Natursteinfliesen sind nicht resistent gegen zahlreiche Reinigungsmittel. Das gilt auch für einige Hausmittel. Marmor und andere Fliesen und Platten aus Kalksandstein sind nicht säureresistent. Essig und Zitronensaft, oftmals beliebte Hausmittel zum Fliesenaufbereiten, würden diese Materialien zerstören bzw. optisch verändern. Dasselbe gilt auch für Kaiser Natron (Baking Soda).

Das Aufbereiten alter Fliesen aus Keramik, Glas und Zement

Dementsprechend – und weil die überwiegenden Altbestände von Fliesen keramische Fliesen sind, behandeln wir in diesem Beitrag vornehmlich Keramikfliesen. Aber auch Zement- und Glasfliesen können so aufbereitet werden. Nur eben bei Natursteinfliesen und Platten gibt es massive Einschränkungen. Zwar ist immer wieder zu lesen, dass manche Mitmenschen Natursteinflächen erfolgreich mit den genannten Mitteln gereinigt und aufbereitet haben, dennoch können Sie nie sich sein, ob es den Stein nicht doch angreift.

Altbekannte Hausmittel zum Fliesenaufbereiten oft besser als gekaufte Reinigungsprodukte

Natürlich bietet der Handel zahlreiche spezialisierte Aufbereitungsprodukte für alte Fliesen. Bei Natursteinen sollten Sie in der Tat einen Fachverkäufer zurate ziehen. Bei herkömmlichen Keramikfliesen (und auch Zement- und Glasfliesen) können Sie aber ohne Probleme auf Hausmittel zurückgreifen. Meist enthalten industriell hergestellte Produkte ebenfalls diese Bestandteile.

  • Natron (Baking Soda)
  • Zitronensaft
  • Essig

Versuchen Sie besonders beim Aufbereiten auf säurehaltige Reiniger zu verzichten

Grundsätzlich können Sie zum Aufbereiten der alten Fliesen völlig auf Säuren wie Zitronensaft und Essig verzichten. Diese Mittel sind eher zum herkömmlichen Reinigen geeignet, indem Sie etwas dem Putzwasser beimengen.

Natron für Keramikfliesen und Fliesenfugen – ein echtes und effektives Allround-Mittel

Natron hingegen bewirkt bei Keramikfliesen wahre Wunder. Nicht nur die Fliesen selbst können Sie damit reinigen, auch alte, verschmutze Fugen erstrahlen damit wieder in neuem Glanz. Allerdings wollen wir auch darauf hinweisen, dass das Fliesenaufbereiten mit Natron anstrengend ist.

Alte Fliesen mit Natron (Baking Soda) aufbereiten

Aus Natron und Wasser mischen sie eine Paste, die Sie mit einem geeigneten Hilfsmittel auf den Fliesen verreiben. Beispielsweise ein Schwamm oder spezielles Reinigungsvlies. Bei sehr stark beanspruchten Fliesen sollten Sie das Natron trocken auf Fliesen und Fugen streuen und anschließend mit Wasser besprühen. Nun lassen Sie das Gemisch etwas einziehen und arbeiten.

Das Reinigen der Fliesen mit Natron ist kraftanstrengend

Anschließend verreiben Sie das Natron kräftig in kreisenden Bewegungen. Ähnlich wie beim Polieren eines Autos müssen Sie dabei richtig aufdrücken und Kraft einsetzen. Jetzt spülen Sie die Fliesen dann mit klarem Wasser.

Darauf sollten Sie zum Reinigen und Aufbereiten unbedingt verzichten

Auch Autopolituren oder Herdreiniger (Scheuermittel) werden immer wieder als Reinigungsmittel empfohlen. Jedoch können Sie Ihren Fliesen damit großen Schaden zufügen. Diese Produkte sind für völlig anders zusammengesetzte Untergründe konzipiert. Auch Reiniger, die Tenside enthalten (zum Beispiel Waschmittel wie Waschpulver) sollten Sie keinesfalls verwenden.

Tensidhaltige Produkte sind völlig ungeeignet

Explizit bei offenporigen Fliesen (nicht glasiert, poliert usw.) können Sie damit mittel- bis langfristig eine unansehnliche Optik erhalten. Tenside lagern sich einerseits in den Mikroporen der Keramikfliesen ab. Damit aber noch nicht genug, denn andererseits wirken Sie auf zahlreiche Schmutzpartikel förmlich wie ein Magnet und halten diese fest.

Wissenswertes, Tipps und Tricks

Natron ist auch bekannt unter der Bezeichnung Baking Soda. Dabei lässt es sich wiederum nach Reinigungssoda und Lebensmittelsoda unterscheiden. Reinigungssoda ist aggressiver und nicht immer empfehlenswert. In Deutschland ist Natron auch unter den Produktnamen Kaiser Natron und Bullrich Salz bekannt.

Übrigens ist Natron ein richtiges Wundermittel, das Sie für viele verschiedene Zwecke einsetzen können, also nicht nur zum Aufbereiten alter Fliesen. So können Sie Ameisen damit bekämpfen, verstopfte Abflüsse frei bekommen oder Gerüche daraus neutralisieren. Auch im Kühlschrank können Sie mit einem Schälchen Natron Gerüche neutralisieren. Stark eingebrannte Töpfe können Sie reinigen und es vertreibt Ameisen und Kakerlaken. Kochen Sie Kohl mit einer Prise Baking Soda, neutralisiert es den typischen Kohlgeruch.

Wenn Sie nicht sicher sind, woraus Ihre Fliesen bestehen, sollten Sie unbedingt einen Fachmann fragen. Bereiten Sie Ihre Fliesen mit einem nicht geeigneten Reinigungsmittel auf, kann das schwerwiegende Folgen haben und die Fliesen stark beschädigen.

Bei offenporigen Fliesen (unglasiert, poliert) ist es zudem empfehlenswert, die Fliesen nach dem Aufbereiten zu versiegeln oder imprägnieren. Die Versiegelung bildet einen Schutzmantel um die Fliese, während die Imprägnierung eindringt und so gegen das Eindringen nicht erwünschter Partikel und Flüssigkeiten schützt.