Früher gab es zumeist nur Kombigeräte, also den Herd mit Kochfeld und Backofen. Das hat sich grundlegend geändert. Heute sind vor allem separate Backöfen und autarke Kochfelder im Einsatz. Damit kommt es auch zu Änderungen beim Anschließen dieser Geräte. Zwei Geräte (Backofen und autarkes Kochfeld) müssen nämlich nun an einen Herdanschluss.

Entwicklung zum autarken Kochfeld

Zuerst gab es den E-Herd, eine Kombination aus Kochfeldern und Backofen. Mit den Einbauküchen wurden daraus zwei Komponenten – ein Backofen und ein separates Kochfeld. Zunächst wurde das noch zumeist an der Oberseite mit dem Backofen elektrisch angeschlossen, von dort ging dass der Anschluss für den damals noch 380 V Starkstrom ab.

Bauformen autarker Kochfelder

Doch inzwischen hat sich viel getan. Mehr und mehr hat sich das Kochfeld vom Backofen losgelöst. Der Backofen ist nicht mehr zwingend in der unteren Küchenzeile, sondern immer öfter darüber, sodass er bequem im Stehen genutzt werden kann. Das verstärkte den Trend zu autarken Kochfeldern und alleine stehenden Backöfen. Die nachfolgenden Kochfelder stellen den aktuellen Stand der Technik dar:

– Infrarot- und Widerstands-Glaskeramik-Kochfelder
– Induktionskochfelder

Daneben verbreitet sich auch das Glaskeramikfeld mit Gaskochstellen immer mehr. Hier wird unterschieden zwischen Gas auf Glas und Gas unter Glas. Ein einfacher elektrischer Anschluss ist für diese Gas-Glaskeramikfelder ausreichend (230 V).

Mehrer Schaltpläne bei Neugeräten (Kochfeld)

Auch der elektrische Backofen kommt mit einfacher 230-V-Spannung aus. Allerdings ist der eine oder andere Heimwerker beim Anschließen nun doch irritiert. Denn eine politische Veränderung hat auch für bislang so nicht bekannte Schaltpläne gesorgt, die neuen Kochfeldern beigefügt sind.

Kochfelder werden inzwischen europaweit gleich verpackt und auch nicht speziell für einen nationalen Markt vorbereitet. Nun sind aber die Stromnetze in Europa noch lange nicht harmonisiert, auch wenn die Änderungen in Deutschland (aus 220 V wurden 230 V, aus 380 V Stark- oder Kraftstrom wurde 400 V Drehstrom) das suggerieren.

Anschlussmöglichkeiten von 230 bis 400 V

So sind in den Packungen immer durchschnittlich drei verschiedene Schaltschemen beigefügt. Das Fatale daran ist, dass zwei dieser Schaltschemen in Deutschland passen würden, nur dass dann das Kochfeld nicht ordentlich betrieben werden könnte:

400 V 3N

– L1
– L2
– L3
– N
– PE

400 V 2N

– L1
– L2 + L3 gebrückt
– N
– PE

230 V 1N

– L1 + L2 + L3 gebrückt
– N
– PE

Drehstromanschluss in der Küche

Nun ist es aber so, dass herkömmlich ein Drehstromanschluss in der Küche vorhanden ist:

– L1
– L2
– L3
– N
– PE

Backofen auf 230 V, 16A anschließen – nicht 10A!

Das oben genannte Brücken kommt also nicht immer infrage. Zwar könnte der Backofen an eine separate 230-V-Steckdose geführt werden – und tatsächlich wird das sogar mit einer Schuko-Steckdose auch immer wieder empfohlen im Internet. Davon ist aber abzuraten.

Die herkömmliche Schukodose ist nämlich lediglich mit 10A abgesichert. Dagegen braucht der Backofen aber 16A, was einer blauen CEE-Steckdose entspricht (sieht aus wie eine rote 400-V-Steckdose, nur eben in blau). Es gibt aber auch Schukosteckdosen mit 16A.

Anschlussschema Backofen und autarkes Kochfeld an 400-V-Drehstrom-Anschluss

Allerdings lassen sich die 230 V für den Backofen wie auch das autarke Kochfeld vom Drehstromanschluss nehmen. Es ist empfehlenswert, hier eine Steckdose neben dem Drehstromanschluss zu installieren. Dann könnte der Anschluss von Backofen und autarkem Kochfeld folgendermaßen aussehen:

Kochfeld:

– L1
– L3
– N
– PE

Backofen:

– L2
– N
– PE

Anschluss auf 230V

Wird ein Kochfeld mit vier Kochfeldern auf 230 V angeschlossen, kann das Kochfeld nur eingeschränkt verwendet werden. Zwei Platten der beiden internen Schalungen können nicht gleichzeitig betrieben werden bzw. kann es sein, dass der Powerboost (Schnellerhitzung) nicht funktioniert.

Verzichten Sie auf sogenannte Power Splitter, Power-Boxen oder Splitter-Boxen

Es werden immer wieder sogenannte Splitterboxen angeboten. Diese kosten zwischen 80 und 120 Euro. Allerdings steht der Preis in keinem Verhältnis zum Nutzen. Daher ist vom Kauf einer solchen Box, auch Power Splitter genannt, dringend abzuraten. Eine Schukosteckdose mit 16A kostet deutlich unter fünf Euro, hochwertige CEE Aufputzsteckdose 3 polig 230V – 16A (blau) um die 10 Euro. Das sind zwischen 75 und 115 Euro weniger gegenüber diesen „Power Splittern“ und noch dazu eine saubere Lösung.

Vorsicht Lebengefahr beim Arbeiten mit Strom

Wir wollen darauf hinweisen, dass nur Heimwerker und Handwerker mit entsprechend fachlichem Wissen Herd und Kochfeld anschließen sollen. Es besteht höchste Lebensgefahr. Aber auch eine erhöhte Brandgefahr bei einem Falschanschluss.