Mieter kennen es, ebenso Haus- und Wohnungsbesitzer – nach spätestens 3 bis 5 Jahren muss renoviert werden. Daneben gibt es aber auch das Sanieren und Modernisieren. All diese Begriffe werden oftmals miteinander in einen Topf geworfen. Tatsächlich ist eine Differenzierung nicht immer einfach. Dennoch gibt es maßgebliche Unterschiede.

Das Renovieren

Renovieren ist im wahrsten Sinne des Wortes eine oberflächliche Arbeit. Es geht darum, Schäden, die durch herkömmliche Abnutzung entstehen, wieder zu beseitigen. Dazu gehören die unterschiedlichsten Arbeiten, die wohl die meisten Menschen schon einmal durchgeführt haben:

– streichen, tapezieren von Wänden und Decken
– Dielen- und Parkettböden abschleifen und neu einlassen
– Bohrlöcher, Risse, herausbröckelnde Teile neu verputzen oder mit Reparaturgips oder Spachtelmasse schließen
– Dacheindeckungen reinigen und gegebenenfalls neu einlassen
– Fassaden instand setzen (schadhaften Putz ausbessern, Fassade streichen usw.)

Wie bereits erwähnt, haben wohl die meisten Menschen – egal, ob nun Mieter oder Immobilienbesitzer – solche Arbeiten schon einmal durchgeführt. All diesen Renovierungsarbeiten ist gemeinsam, dass sie in der Tat nur an der Oberfläche „kratzen“. Zwar ist das Renovieren trotzdem wichtig, aber dennoch kann ein Gebäude nicht ausschließlich renoviert werden. Irgendwann reichen Schäden so weit in die Substanz, dass eine Sanierung ansteht.

Durch Unwissenheit eine Sanierung beim falschen Renovieren beschleunigen

Allerdings werden auch beim Renovieren sehr viele Fehler gemacht, die dann zu einer verfrühten Sanierung führen können. So sind auch heute noch Dispersionswandfarben am beliebtesten. Diese sind aber nicht diffusionsoffnen. Damit können so gestrichene Wände nicht atmen und damit das Raumklima nicht regulieren. Stattdessen wird es bald zu Schimmel und Hausschwamm kommen. Damit rückt eine Sanierung in greifbare Nähe. Solche Fehler können Sie vermeiden, indem Sie die Ratgeber berücksichtigen, die Sie zu Ihrer jeweiligen Heimwerkerarbeit benötigen.

Das Sanieren

Beim Sanieren geht es folglich darum, tief greifende Schäden, die weit bis in die Bausubstanz hineinreichen, zu beheben. Oft wird dabei aber der Fehler gemacht, dass die Folgeschäden repariert werden, nicht aber die ursächlichen Probleme. Dazu kommt, dass gerade Laien das Sanieren oft völlig falsch angehen. Die Folge sind dann die allseits gefürchteten Kostenexplosionen. Typische Sanierungsarbeiten:

– Wände trockenlegen
– defekte Fliesen durch neue ersetzen
– Wände und Fassaden neu verputzen
– Böden (Estrich beispielsweise) erneuern
– Dächer neu eindecken
– beschädigten Beton reinigen und durch Saniermörtel ersetzen

Aber das Sanieren steht auch für andere Arbeiten. Insbesondere Begriffe wie barrierefreies Wohnen oder energetisches Sanieren werden oft zusammen mit einer herkömmlichen Sanierung genannt.

Das energetische Sanieren

Das energetische Sanieren, aber auch das Schaffen von barrierefreiem Wohnraum sind typische Beispiele dafür, dass Sanieren in der Regel auch mit Modernisieren einhergeht. Der erste Sanierungsbedarf besteht normalerweise 15 bis 20 Jahre nach dem Bau eines Hauses. Sollte ein Gebäude nicht hinreichend durch Renovierungsarbeiten instand gehalten worden sein, können erste Sanierungsmaßnahmen aber schon nach 10 Jahren getroffen werden müssen.

Das Modernisieren

Das Modernisieren ist aus einem einfachen Grund meist mit Sanierungsarbeiten verbunden. 15 bis 20 Jahre nach dem Bau eines Hauses sind viele Bauteile sowie verwendete Baumaterialien und Baustoffe überholt und veraltet. Insbesondere beim energetischen Hausbau wird das schnell deutlich. Isolierfenster, wie sie die besten in den 1980ern oder 1990ern waren, erfüllen heute nicht ansatzweise die geforderten Kriterien.

Also werden defekte Isolierfenster nicht durch dieselben Fenster ersetzt. Vielmehr werden stattdessen die heute üblichen Wärmedämmfenster montiert. Auch die Heizungsanlage ist ein solches Beispiel. Dabei wird aber meist nicht nur ausschließlich modernisiert, sondern die gesamte Anlage zusätzlich erweitert. Zum Beispiel durch eine Photovoltaik-Anlage oder Solartherme auf dem Dach.

Typische Sanierungsfehler

Gerade von Hausbesitzern, die das Sanieren selber durchführen wollen, werden oft gravierende Fehler gemacht. Anstelle der angestrebten Kostenersparnisse sehen sich viele Selbermacher plötzlich einer nicht mehr zu kontrollierenden Kostenexplosion gegenüber stehen. Woran liegt das?

Vom einfachen Fliesenlegen zur Vollsanierung

Das ist relativ einfach zu erklären: man sieht einen Schaden wie beispielsweise defekte Fliesen und will sie komplett erneuern. Dass es eine bestimmte Ursache haben könnte, dass die Fliesen kaputtgegangen sind, berücksichtigen nur wenige. Zum Beispiel könnte das aufsteigende Feuchtigkeit sein. Im nächsten Schritt muss dann das Mauerwerk trockengelegt werden und gegebenenfalls auch alles neu verputzt werden. Dann stellt man plötzlich fest, dass vielleicht keine Drainage um das Haus führt. Und schon wurde aus einem einfachen Fliesenverlegen eine umfassende Sanierung.

Verbinden Sie unterschiedliche Sanierungsarbeiten geschickt miteinander

Ähnlich sieht es bei der energetischen Sanierung aus. Viele Hausbesitzer wissen, dass eine Fassadendämmung in Kombination mit neuen Wärmedämmfenstern die besten Resultate erzielen. Dennoch ist für viele das gleichzeitige Sanieren zu viel. Also werden oft erst die Fenster erneuert. Selbst, wenn dazu ein Fachbetrieb hinzugezogen wird, wird oft ein besonders schwerwiegender Fehler gemacht, denn die Fachfirma fragt meist nicht, ob Sie noch weitere Sanierungsschritte planen.

In der Folge werden die Fenster genauso positioniert wie die alten. Doch Wärmedämmsysteme tragen 20 bis 40 cm auf. Also müssen auch die Fenster entsprechend weiter nach außen gesetzt werden. Andernfalls muss „getrickst“ werden. Die Folge: es entstehen Kältebrücken, die die Dämmwirkung massiv beeinflussen. Ausweg: die neuen Fenster müssen wieder herausgerissen werden.

Der wichtigste Sanierungsgrundsatz: immer von außen nach innen sanieren!

Daher gibt es Grundsätze beim Sanieren, die auch Sie unbedingt beachten sollten: es wird immer von außen nach innen saniert. Also zuerst die Gebäudehülle, dann die innere Bausubstanz, der Innenausbau und die Haustechnik.

Sanierung Gebäudehülle:

– Dach und Dachstuhl
– Fassade, Fenster und Außentüren
– Keller und Fundament

Sanierung Innenbereich

– Haustechnik (Elektro- und Sanitärinstallation, Heizung usw.)
– Böden, Wände und Decken
– eventuell Grundrissveränderungen

Bei den Sanierungsarbeiten im Innenbereich ist eine besonders detaillierte Planung wichtig. Denn hier können die einzelnen Aufgaben nicht nacheinander erfüllt werden. Sicherlich kennen Sie das: die Post kommt und gräbt die Straße auf, um neue Leitungen zu verlegen. Nachdem die Straße wieder asphaltiert ist, dauert es zwei Wochen, bis die Telekom dieselbe Stelle wieder aufgräbt, um ihre Leitungen zu erneuern. Das ist eine Menge Geld, die verbrannt wird.

Heizung und Innensanierung aufeinander abstimmen

So wird beim Sanieren von Böden eventuell die Heizung berücksichtigt: die Fußbodenheizung erneuern oder überhaupt eine Fußbodenheizung einbauen. Soll die Bausubstanz dort saniert werden, wo die noch zu dicken Heizungsrohre installiert sind, lassen sich auch diese Aufgaben miteinander verbinden – ebenso, wie das Erneuern der 50 Jahre alten Elektroinstallation, wenn Sie eine Kernsanierung durchführen. Die detaillierte Sanierungsplanung soll also dazu diesen, dass Sie möglichst viel Geld einsparen können.

Tipps & Tricks: immer einen Energieberater und Sanierungsexperten vor der Ausführung hinzuziehen

Auch der Gesetzgeber hat diese Notwendigkeit erkannt. Deshalb bezuschusst er die Beratung durch Energiefachleute. Bis zu 50 Prozent des Honorars trägt der Staat. Voraussetzung ist die Absicht, energetisch zu sanieren. Dennoch sollten Sie dabei unbedingt auf einen Experten zurückgreifen, der auch mit Sanierungsarbeiten bestens vertraut ist. Das Honorar für einen kompetenten Energieberater ist bestens angelegt, denn Sie werden kurz-, mittel- und langfristig viel Geld sparen.