Zementfliesen gehören zu den hochwertigsten Bodenbelägen im Bereich von Fliesen und Platten. Gleichzeitig besitzen sie eine lange Vergangenheit. Wie bei anderen Produkten, die noch zum Teil traditionell aufwendig hergestellt werden, benötigen auch Zementfliesen gegenüber anderen Fliesen einen relativ hohen Wartungs- und Pflegeaufwand. Dazu gehört auch die Schutzbehandlung der Fliesenoberfläche. Diese werden entweder imprägniert oder geölt. Doch was ist nun besser – Zementfliesen imprägnieren oder ölen?

Wasser – so etwas wie der natürliche Fein von Zementfliesen

 

 

Schon bei Verlegen und Verfugen von Zementfliesen wird schnell klar, dass diese Fliesen nicht mit Keramikfliesen gleichzusetzen sind. So sollten Zementfliesen vor dem Verlegen bis zu einer Woche locker im zu verlegenden Raum gelagert werden. So können sie akklimatisieren. Der Untergrund, häufig Estrich, sollte nicht zu frisch verlegt sein, sondern bereits trocken sein. Das Verfugen wiederum sollte umgehend nach dem Verlegen erfolgen, damit kein Wasser eindringen kann. Aus diesem Grund wird auch eine gegen eindringendes Wasser abdichtende Fugenmasse auf Basis von Trasszement verwendet.

Wasser ist folglich riskant bei Zementfliesen. Da Zementfliesen bei der Herstellung nicht gebrannt werden, ist auch die Porengröße relativ groß. Damit kann Wasser schnell eindringen. Ein Risiko ist das buchstäbliche Aufquellen von Zementfliesen; aber auch die Dekorschicht kann sich ablösen. Folglich muss auch die Oberfläche der Zementfliesen geschützt werden. Daher werden Zementfliesen entweder imprägniert oder geölt. Aber wie auch bei den anderen erwähnten Verlegearbeiten ist mit großer Sorgfalt vorzugehen.

Zementfliesen ölen mit Leinöl

Zementfliesen sind ein Bodenbelag, der sich vor allem ab dem 19. Jahrhundert einer enormen Beliebtheit erfreute. Damals mussten die Zementfliesen natürlich ebenfalls imprägniert werden. Dazu wurde Leinöl verwendet. Das Leinöl muss gleichmäßig und großzügig aufgetragen werden. Mit einem Tuch oder Lappen werden die Zementfliesen dann immer wieder abgewischt. Auf eine gleichmäßige Verteilung ist unbedingt zu achten.

Ansonsten kann es zur Fleckenbildung kommen kann. Darüber hinaus ist das Leinöl nicht sonderlich stabil. Daher sind die Standzeiten relativ kurz und auch von der Beanspruchung abhängig. Wer sich also für das Ölen der Zementfliesen mit Leinöl entscheidet, greift auf die traditionelle Imprägnierung zurück, muss sich aber im Klaren sein, dass das Ölen der Fliesen Erfahrung und Fachwissen voraussetzt und in relativ kurzen zeitlichen Abständen regelmäßig vorzunehmen ist.

Zementfliesen imprägnieren

Zum Imprägnieren werden dagegen häufig industriell hergestellte Produkte eingesetzt. Dabei ist darauf zu achten, dass diese laut Hersteller für Zementfliesen uneingeschränkt zu verwenden sind. Zudem muss der Gebrauchsanleitung des betreffenden Herstellers unbedingt Folge geleistet werden, um Flecken zu verhindern.

Auch beim Imprägnieren von Zementfliesen sind Erfahrungen und Fachwissen von echtem Vorteil. Die Standzeiten von Imprägnierungen sind aber deutlich länger. Auch ist das Imprägnieren in der Regel nicht ganz so schwer wie das Ölen der Fliesen. In jedem Fall haben Imprägnierungen längere Standzeiten und damit einen geringen Wartungsaufwand.

Tipp, Tricks & Besonderheiten zu Zementfliesen

Es gibt nicht allzu viele Fliesenlegerbetriebe, die mit Zementfliesen umfassende Erfahrungen besitzen. Fliesenlegerbetriebe dagegen, die viele Zementfliesen verlegen, mischen sich nicht selten ihre Imprägnierungen selber an. Diese sind aber dann nicht käuflich zu erwerben – zumindest nicht offiziell in irgendwelchen Geschäften. Die Nachfrage beim Betrieb, der die eigenen Zementfliesen verlegt hat, kann aber durchaus lohnen. In jedem Fall ist das Imprägnieren von Zementfliesen erstmals möglichst zeitnah nach dem Verlegen und Verfugen erforderlich.